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Sonntag, Oktober 25, 2020
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Zahnimplantat von Entzündung befreien

Eine neue Reinigungsmethode beseitigt schädlichen Biofilm bei Periimplantitis

(djd). „Der Zahn muss gezogen werden“ – ein Satz, den auf dem Zahnarztstuhl sicher niemand gerne hört. Glücklicherweise bieten heutzutage festsitzende Zahnimplantate gleichermaßen ästhetische wie dauerhafte Lösungen. Etwa 1,3 Millionen werden davon jährlich in Deutschland eingesetzt. Eine meist aus Titan bestehende künstliche Zahnwurzel wird hierbei in den Kiefer verschraubt, wo sie mit dem Knochen verwächst. Letzteres ist wichtig für die Langlebigkeit.

Bakterieller Belag kann Implantatverlust verursachen

Starke und schöne Zähne – dank festsitzender Implantate ist das heute auch nach einem Zahnverlust möglich.
Foto: djd/www.32schoenezaehne.de/citalliance/123RF

Es können jedoch auch Probleme auftreten, wenn sich Bakterien auf dem Implantat ansiedeln und eine starke Schutzschicht um sich aufbauen. Dieser sogenannte Biofilm ist eine Hauptursache für Entzündungen des Implantatbetts, medizinisch Periimplantitis. Einmal gebildet, schützt der Film die Bakterien vor nahezu allen Antibiotika. Die Infektion ist daher kaum in den Griff zu bekommen. Auch alle bisherigen Anwendungen, die versuchen, den Biofilm mechanisch von außen abzutragen, darunter Laser, Polieren oder Spülungen, kamen bisher nicht zum Erfolg. Bei bis zu einem Fünftel ist eine Periimplantitis nachweisbar. Die Folge war meist ein Verlust des Implantats. Experten aus Forchheim aber haben nun eine Lösung entwickelt. Das neue Reinigungsverfahren von PD Dr. Dr. Markus Schlee und Holger Zipprich ermöglicht als erstes seiner Art eine vollständige Entfernung des Biofilms. Möglich machen das Ionen. Mithilfe der neuen Methode entsteht zwischen Biofilm und Implantat atomarer Wasserstoff, der den Belag durch Bläschenbildung von der Implantatoberfläche gewissermaßen wegdrückt. Schlee: „Wir konnten in unseren wissenschaftlichen Studien zeigen, dass der Biofilm vollständig entfernt und ein Wiedereinwachsen in den Knochen ermöglicht wird.“

Nur Spezialisten führen das Verfahren aus

Eine bakterielle Besiedelung am Zahnimplantat kann zu hartnäckigen Entzündungen führen.
Foto: djd/www.32schoenezaehne.de/lightfieldstudios/123RF

Das Verfahren gehört in die Hände erfahrener Implantologen. Deshalb bieten es nur ausgewählte Zahnärzte an. Mehr zu den Spezialisten für Implantologie und Parodontologie unter www.32schoenezaehne.de. Um grundsätzlich seinen Zahnersatz gut zu schützen, sollte gewissenhafte Pflege selbstverständlich sein. Dazu gehört dreimal tägliches Putzen sowie penible Zahnzwischenraumreinigung durch Interdentalbürsten oder Zahnseide. Ratsam sind zudem regelmäßige Kontrollen beim Zahnarzt sowie professionelle Zahnreinigungen.

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